4. Dezember 2012

fix me

wir malen uns dinge schlimmer aus, als sie letztendlich sind.
also mich zum beispiel kann man als spezialistin für sowas ansehen, ihr wisst schon, alles negativ sehen, alles dramatisieren. und später stelle ich immer wieder fest 'oh okay, war ja doch nicht so wild'
heute musste ich das gespräch mit der vertrauenslehrerin hinter mich bringen. wenn man vorher nicht weiß was einen erwartet, rechnet man mit allem. ich hatte keine ahnung was sie von meinem seitenlangen text (über mein gestörtes ich) hielt. was sie sagen würde. vor allem wusste ich nicht, wie ich mich verhalten sollte. so gesehen wusste ich gar nichts, außer, dass es die hölle wird. natürlich wusste ich das nicht, aber für mich gab es gar keine andere möglichkeit, als dass dieses gespräch eine reine qual wird. zum glück ist aber nicht immer alles so scheiße wie ich es vermute. 
tatsächlich lief das gespräch so entspannt ab, dass wir drei stunden lang geredet haben, und ich mich nie wirklich unwohl gefühlt habe. klar, sich und seine kranke welt zu erklären ist nicht wirklich easy going, vor allem nicht für mich, wo ich so gut über meine gefühle reden kann wie über matheformeln oder sonst was. aber es war in ordnung. verstanden und nicht verurteilt zu werden ist für mich im moment der größte luxus, so seltsam es klingt. selbstverständlich ist jetzt nicht alles okay bei mir. 
nur ist da jetzt die hoffnung, die chance und irgendwo auch schon die gewissheit, dass ich es schaffe. nicht von jetzt auf gleich. es ist nicht so, dass ich mein 'trauriges dasein' mag, nur ist es leider schon zur normalität geworden. ich kann diese normalität nicht so schnell aufgeben, kann nicht so schnell ins kalte wasser springen, die volle portion leben fressen. 
aber heute wurden die ersten schritte gemacht, in eine andere richtung. 
in die hoffentlich bessere richtung. darf ich ein bisschen stolz sein? 
bei mir kann man ja leider nie so genau wissen, wie lange die motivation hält.
aber so lange sie da ist, genieße ich sie. und versuche sie nicht so schnell gehen zu lassen.