22. Dezember 2012

bauerndisko

seit dem gestrigen abend kann ich sicher sagen: 
lieber liege ich freitags im bett und starre die decke an, als hier mit diesen menschen 'feiern' zu gehen. 
nachdem ich mich schon seit wochen davor gedrückt habe, in diese provinzläden zu gehen, inklusive schlechter musik und langweiligen menschen die auf der tanzfläche den stock im arsch haben und lieber über andere lästern, musste ich gestern hin. es war immerhin unsere eigene vorabiparty, und eine freundin hatte sich darauf verlassen, dass ich für sie diesen zettel unterschreibe, damit sie länger bleiben kann. das wichtigste bei diesen veranstaltungen ist, dass man vorher schon gut einen sitzen hat um das elend nicht mehr wirklich mitzubekommen. kein problem. leider hat das nicht den anblick verschönert, der sich mir vor diesem laden bot. vierzehnjährige kinder, die sich stolz erzählen, dass sie den ausweis von der großen schwester geklaut haben. dabei schielen sie schon mit einem durchaus peinlichen gekicher auf eine gruppe typen, die es aber vorziehen, sich alle eine zigarette zu teilen - und kläglich am akt des rauchens scheitern. ist ja auch eine knifflige angelegenheit, daran nicht fast zu ersticken. war dies nur der vorhof zur hölle, entfaltete sich drinnen mein ganz persönlicher horrorfilm. ich hatte die location und auch das partyvolk dort vom letzten mal noch in schlechter erinnerung, aber das war wirklich zu viel, selbst für mich. es war so überfüllt und eng, dass einem in manchen momenten die luft zum atmen fehlte. unfreiwillig angekuschelt an arrogant schauende weiber, mächtig individuell gekleidet in röckchen und top von vero moda, war man gezwungen sich auf der tanzfläche zu meinen absoluten lieblingssongs wie 'hangover' und 'diamonds' zu bewegen. auf dem weg zur bar quetschte man sich nicht nur an weiteren exemplaren viel zu junger besoffener mädchen vorbei, sondern auch an so vielen kleinen jungs in engen hollister tshirts, dass ich dem wahnsinn immer näher kam. in dem teil des ladens, wo nur hip hop gespielt wurde, fühlte ich mich dann doch etwas wohler. natürlich war es auch hier so voll, dass richtig tanzen ein ding der unmöglichkeit war. der eine, der es sich doch getraut hatte, sich etwas abseits zu stellen und wirklich richtig hip hop zu tanzen, wurde von der doof rumstehenden masse auf der tanzfläche mit spöttischen und abwertenden blicken gemustert. kann man natürlich gut nachvollziehen, da es ja wirklich skandalös ist in einer disco zu tanzen, oh man. 
um vier uhr morgens, also nach stunden gefüllt mit smalltalk, grenzwertiger musik, und dem spaß, mädchen zu beobachten die auf ihren schuhen eher weniger gut laufen konnten, war ich dann endlich befreit und wir sahen zu dass wir schnell wieder rauskamen. ich wusste ja schon vorher, dass es scheiße wird. aber meine erwartungen wurden tatsächlich noch übertrumpft. 
vielleicht gehe ich ja nochmal hin, um ein bisschen zu lachen. 
bis dahin bleibe ich aber bei meinen kleinen clubs, mit richtiger musik und menschen die irgendwie.. menschlicher sind. 
provinzdiscos. immer wieder ein vergnügen für jung und alt.