31. Mai 2012

kleine malstunde

vor mir liegt ein weißes blatt papier. ich nehme einen stift, wahrscheinlich in einer richtig kitschigen pinklila-farbe. ohne nachzudenken fange ich an zu malen, große herzen, kleine herzen, viele herzen. ich schreibe deinen namen in die herzen, schreibe deinen namen in jede freie lücke, schreibe ihn in schreibschrift, schreibe meinen namen dazu. dann ist es fertig, ein blatt papier voll mit unseren namen und herzchen, so wie es sein sollte, so wie es ist - in meinem traum.  
das ist doch lächerlich. 
ich nehme einen edding, setze ihn an, male energisch striche durch die herzen, breche die herzen. aus dem perfekten traum wird die bittere realität, und ich find sie scheiße. ich greife nach dem nächsten blatt papier und muss mich selbst etwas belächeln. ich lerne nichts dazu. will wieder herzen malen, komme mir blöd dabei vor. ich mach es trotzdem. bin zu alt für sowas. zu alt, zu sehr in der realität um rosarote herzchen zu malen. ich kann nicht aufhören mir vorzustellen wie es wäre. die herzchen werden mehr, dann der edding. 
das ist doch lächerlich.